Pünktlich mit dem Glockenschlag begrüßte Pfarrer Oliver Mattes rund 20 Männer aus der Kirchengemeinde vor der Kirche St. Anna mit der Jahreslosung „Gott spricht, siehe ich mache alles neu“.
Die Tour ging über die Märkerwaldstraße bis zum Pitzweg und dann über den Feldweg hinauf zum Eichelberg. Am Gronauer Hochbehälter angekommen, gab es Informationen zur Gronauer Wasserversorgung, ist Gronau doch der letzte Ortsteil von Bensheim, der noch mit eigenem Trinkwasser versorgt wird. Die beiden Brunnen befinden sich ca. 60m weiter unten im Tal, in Höhe vom Wendehammer, jeweils ein Brunnen auf der Nord- und einer auf der Südseite vom Meerbach. Von dort wird das Wasser in den höhergelegenen Hochbehälter gepumpt und landet schließlich in einem großen Edelstahlbecken, das in zwei Kammern getrennt ist. Das Wasserbassin hat ein Fassungsvermögen von jeweils 140 Kubikmeter. Jährlich werden etwa 48.000 Kubikmeter Wasser gefördert. Die gesamte Anlage wird regelmäßig von Mitarbeitern des GGEW gewartet und kontrolliert.
Bis zur Fertigstellung des Hochbehälters im Jahr 1975 hatte Gronau mehrere kleinere Reservoire. Diese befanden sich An den vier Wegen auf dem Grundstück der Familie Göbel, in der Lohrbach unterhalb vom Kirchengrundstück und am Schneckenberg. Darüber hinaus gab es noch kleinere Quellen (Dingeldeins Mühle Ortseingang) mit denen die Gronauer Wasserversorgung sichergestellt wurde.
In trockenen Zeiten kommt es immer wieder vor, dass der Wasservorrat knapp wird. Die Gronauer sind deshalb aufgefordert sparsam mit dem kostbaren Nass umzugehen. Im Juni 2021 wurde im Rahmen der Straßensanierung die Wasserleitung im dritten Bauabschnitt beschädigt. Innerhalb von einer Stunde ist damals der Hochbehälter leergelaufen. Für eine kurze Zeitspanne mussten sich die Gronauer behelfen, was für die Bevölkerung aber kein ernstes Problem war.
Alle Gronauerinnen und Gronauer sind für die eigene Wasserversorgung dankbar, spürt man doch bei der Benutzung von Kaffeemaschinen oder Wasserkochern, wie weich und bekömmlich unser „Gebirgswasser“ ist.
Eigentlich wollte der Ortsbeirat im vergangenen Jahr das 50-jährige Bestehen des Hochbehälters feiern. Leider ist dem Gremium aber das Jubiläum durchgerutscht. Aus verlässlicher Quelle ist aber bekannt, dass im nächsten Jahr die Jubiläumsfeier mit reichlich Gronauer Wasser nachgeholt wird.
An der Panoramabank neben der Käthi Hütte hatte Frank Dingeldey einen kleinen Umtrunk vorbereitet. Die Wanderer genossen bei Gronauer Wein und schönstem Wetter die einmalige Aussicht über unser Tal.
Wolfgang Singer, der einer der Jagdpächter vom Jagdbogen Märkerwald ist, begrüßte nun die Wanderer an dieser exponierten Stelle und gab einen Überblick über sein Revier. Das Jagdrevier Märkerwald reicht vom höchstgelegenen Punkt der Bensheimer Gemarkung, dem 530m hohen Kesselberg, über den Heiligenberg, weiter zum Eichelberg und Eselsberg bis zur Grenze nach Zell. Ferner gab es Informationen über den Wildbestand und die anfallenden Aufgaben als Jagdpächter. Neben der Hege und Pflege im Revier gehört auch das Regulieren von etwaigen Schadensfällen dazu. Wolfgang betonte aber, dass es hier in Gronau harmonisch zugeht.
Nach diesem interessanten Einblick in das Waidwerk ging die Tour weiter bis zum Waldeck. Dort trennten sich einige Wanderer und gingen direkt zum Gasthof. Die meisten Männer gingen jedoch ein Stück in Richtung „Eulerhäuschen“, auf dieser Strecke gelangt man unweigerlich zum etwa 3 Heckter großen Kirchengrundstück in der Lohrbach. Gut zwei Drittel dieser Fläche ist bewaldet, der Rest ist eingezäunt und wird beweidet. Dieser Hochwald ist nur schwer zugänglich und müsste wieder mal durchforstet werden. Peter Voss, unser ehemaliger Pfarrer, bestätigte dies und ergänzte, dass in seiner Amtszeit vor gut 30 Jahren zuletzt ein Holzeinschlag vorgenommen wurde. Mit dem Förster Ruiz-Eckhard wurde das Problem schon besprochen, eventuell wird der Wald in den kommenden Jahren durchforstet. Gut sichtbar sind zwei Abbruchkanten, die aufzeigen, dass sich früher ein Steinbruch auf dem Grundstück befunden hat. Dieser kleine Steinbruch ist in guter Gesellschaft, gibt es doch mehr als 10 weitere dieser Anlagen in der Gronauer Gemarkung.
Nach der Besichtigung ging es zurück über den Sportplatz, vorbei an dem kleinen Kirchengrundstück „auf der Schleif“, zum Einkehrziel im Gasthof „Scholzehof“ Dort kamen weitere Teilnehmer hinzu, u. a. auch Kurt Seilheimer aus Wilmshausen. Bei zünftiger Hausmannskost wurden viele Geschichten ausgetauscht.
Abschließend wurde auf den nächsten Termin am Fr. 24. April hingewiesen. Dabei wird die Schafhaltung in Zell vorgestellt.
Frank Dingeldey