Kirche St. Anna in Gronau

Die heutige Kirche wurde 1834 eingeweiht. Sie entstand als Ersatz für eine stark reparaturbedürftige und daher im Jahre 1827 abgebrochene spätgotische Kirche (s. "Geschichte"). Architektur
Die Kirche wurde aus Bruchsteinen gemauert und ist verputzt. Das flache Satteldach trägt im Westen, oberhalb des Portals, als Glockenturm einen oktogonalen Dachreiter mit Spitzhelm. Den Eingangsbereich zur Kirche bildet eine Vorhalle mit Tonnengewölbe und flachem Satteldach. An den Giebelseiten befindet sich außerdem jeweils ein Ochsenauge mit Uhr. Baugeschichte Der klassizistische Neubau entstand nach Plänen des damaligen Kreisbaumeisters und späteren Dombaumeisters Ignaz Opfermann 1831 bis 1834. Ursprünglich sollte das Gebäude im gotischen Stil erbaut und der Chor der Vorgängerkirche integriert werden, schließlich entschied man sich jedoch für einen Neubau. Die Lichtverhältnisse im Innenraum waren anfangs so schlecht, dass Pfr. Haupt (1865 - 1881) in einem Bericht u.a. bemängelte, "daß an düsteren Wintertagen der Geistliche kaum seinen Text lesen, sicher aber fast kein Gesicht seiner Zuhörer zu erkennen vermag". Äußerlich hat sich das Gotteshaus seit der Bauzeit kaum verändert. Im Inneren dagegen wurden im Laufe der Zeit mehrere Umbauten durchgeführt. Der umfangreichste fand im Jahr 1894 unter Pfr. Sehrt statt, vor allem um den Mangel an ausreichender Belichtung zu beheben. Dabei wurde die südliche Längsempore um zwei Säulenabstände verkürzt und der Altar in den Chor zurückgeschoben. Die Orgel, die zuvor die drei Fenster über dem Altar verdeckt hatte, wurde auf die Westempore versetzt. Zum 100jährigen Jubiläum 1934 wurde die Kirche grundlegend renoviert, weitere Baumaßnahmen folgten. So wurden in den Jahren 1968-1970 unter Pfr. Dammerboer eine Warmluftheizung installiert und die Bänke und Säulen grau angelegt. Bei der letzten Renovierung 1999/2000 erhielt der Kirchenraum seine heutige farbliche Gestaltung. Hierbei wurden auch die drei Altarfenster ausgetauscht. Ausstattung Kirchenorgel und Kanzel mit Schalldeckel stammen aus der Bauzeit im 19. Jahrhundert, für den Taufstein wurde eine nach dem Umbau im Jahr 1894 überflüssig gewordene Säule genutzt.
Das bemalte Glasfenster blieb aus dem Vorgängerbau erhalten und stammt aus der Zeit der Gotik um 1470 bis 1490. Es zeigt die Darbringung Jesu im Tempel und kam anlässlich der Renovierung 1934 wieder in die Kirche zurück. Im Glockenturm befinden sich drei Glocken aus den Jahren 1706, 1769 und 1957 - mehr dazu s. Randspalte. Die historisch bedeutsame Orgel wurde von Bernhard Dreymann (Mainz) 1836 erbaut. Mehr zur Orgel finden Sie bei "Kirchenmusik". Quellen: u.a.
- Landesamt für Denkmalpflege Hessen

- Festschrift "150 Jahre Kirche Gronau"

St. Anna im Dateil

Glocken in St. Anna

Die Glocken werden seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts elektrisch betrieben. Alle drei hängen in einer Reihe nebeneinander im hölzernen Glockenstuhl innerhalb des Glockenturms: In der Mitte die Große, auf der Südseite die Mittlere, im Norden die Kleine. Die Glockenjoche sind aus Metall, bewegt werden sie jeweils über ein Seilrad, das durch einen Elektromotor angetrieben wird. Die Große und die Mittlere stammen von der Frankfurter Gießerei Schneidewind und wurden in den Jahren 1706 bzw. 1769 gegossen. Damit sind sie älter als das jetzige Kirchengebäude, stammen also noch aus der Vorgängerkirche, die ursprünglich sogar vier Glocken besaß. 1917 wurden zwei der Glocken zusammen mit den Prospektpfeifen der Orgel zu Kriegszwecken beschlagnahmt. Die kleinste und jüngste Glocke trägt die Jahreszahl 1957 sowie die Inschrift "Den gefallenen und vermissten Brüdern der beiden Weltkriege". Die Funktion der drei Glocken ist durch eine Läuteordnung geregelt: Die Große schlägt nicht nur die vollen Stunden, sie ist auch beim Mittagsgeläut um 12 Uhr zu hören. Zum Gottesdienst erklingt sie eine Stunde vor Beginn sowie beim Vaterunser. Die Mittlere schlägt die Viertelstunden und ertönt beim Geläut um 11 Uhr und um 18 Uhr. Die Kleine ist 15 Minuten vor dem Gottesdienst zu hören. Der eindrucksvollste Klang bietet sich jedoch beim Vollgeläut, wenn alle drei Glocken gemeinsam läuten. Dies ist u.a. in den zehn Minuten vor Gottesdienstbeginn der Fall (beim Zusammenläuten).