Mit Kindern über Sterben und Tod sprechen

veröffentlicht 11.03.2026 von Oliver Mattes, KG Gronau und Schönberg/ Wilmshausen

Vortrags- und Gesprächsabend: Besonders Eltern und Großeltern, aber auch Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer sind oft vor die Frage gestellt, ob sie mit Kindern über das Sterben, den Tod und die Auferstehung sprechen sollen und wenn ja, wie.

Die Frage „ob“ sollte sich jedoch eigentlich nicht stellen, wenn wir die alltäglichen Lebenserfahrungen unserer Kinder aufmerksam beobachten, denn da zeigt sich sehr schnell, dass die Schattenseite des Lebens auch zu einem jungen Leben dazu gehört: das Haustier oder gar ein Familienangehöriger stirbt, Kinder hören von Todesfällen im Radio oder sehen auf dem Friedhof schwarz gekleidete Menschen. Und dann stellen sie Fragen: „Wo ist Oma jetzt?“ und begegnen einer Gesellschaft, die sich mit einer Antwort schwertut und sehr ambivalent mit ihr umgeht. Ein „natürlicher“ Umgang, wie er noch vor einigen Jahren vor allem durch ein reichhaltiges Brauchtum der religiösen Kultur gegeben war, ist kaum noch vorhanden. Dies verunsichert uns Erwachsene und damit unsere Kinder, die durch uns das Leben kennen lernen. 

Um nicht sprachlos zu sein und unseren Kindern auch zu diesem Teil des Lebens den Zugang nicht zu verwehren, ist es gut, sich vor dem „Ernstfall“ Gedanken zu machen: „Was halte ich für eine tragfähige Antwort und wie will und kann ich sie meinem Kind vermitteln?“

Wenn wir mit Kindern über das Thema reden, müssen wir zunächst folgendes bedenken: Kinder denken anders als wir. Zu beachten sind darum bei einer Antwort auch entwicklungspsychologische Erkenntnisse. Wie kann ein Kind die Aussage. „Der liebe Gott hat Oma in den Himmel geholt!“ überhaupt verstehen? Was ist das für ein Gott, der die geliebte Oma einfach wegnimmt? Oder wie kann ein Kind die Rede von „den Entschlafenen“ begreifen? Wird es nicht selbst unter Umständen Angst vor dem Einschlafen bekommen?

Wir sind als Erwachsene diejenigen, die Kindern die Welt erklären und ihnen Vorbild im Umgang mit allen Ereignissen des Lebens sein sollen. Es gibt auch in Bezug auf das Sterben und den Tod gute Möglichkeiten, dies verantwortungsvoll zu tun. Nötig ist dafür eine eigene Auseinandersetzung mit dem Thema, das Wissen von Informationen und die Einübung in einen kindgerechten Situationsumgang.

Dazu lade ich Sie herzlich zu einem Vortrags- und Gesprächsabend ein, auch anhand von Bilderbüchern und Geschichten. Wir wollen in Ruhe Informationen austauschen und miteinander ins Gespräch über das Thema kommen: am Mittwoch, 15. April 2026 von 19 - 21 Uhr im Ev. Gemeindehaus in Bensheim-Zell (Auf der Mauer 3).

Infos und Anmeldungen über mich: oliver.mattes@ekhn.de oder Tel.: 06251/63243.

Ich freue auf Sie und den Austausch,
Pfarrer Oliver Mattes