Das Weltgebtstags-Team der Gemeinde Gronau / Zell hatte in diesem Jahr wieder zu einem Gottesdienst in das Zeller Gemeindehaus eingeladen. Erfreulicherweise waren dieser Einladung nicht nur Frauen aus Zell und Gronau gefolgt, sondern auch aus Schönberg, Wilmshausen und Bensheim. Eine kleine Bilderschau gab zunächst eine Einführung in die Traditionen und Kulturen von Nigeria und insbesondere die Situation der Mädchen und Frauen dort. Durch die Gottesdienstordnung führten Mitglieder des Frauenkreises. Der Gesang wurde dabei unterstützt von Lara Moritz (Klavier) und Esther Schmitt (Gitarre). Hier ließen sich die zahlreichen Gäste nicht nur in die Lebenswelt dreier Nigerianerinnen mit hineinnehmen, sondern auch in die musikalische Kultur: Der Refrain eines der diesjährigen Motto-Lieder war in Igbo verfasst - einer von über 500 Sprachen in Nigeria. So klang das gemeinsam gesungene sehr rhythmische “Keleya keleya” bei einigen noch eine Weile nach.
Im Anschluss an den Gottesdienst waren alle Gäste zu Kaffee und Kuchen eingeladen, den die Frauen des Frauenkreises vorbereitet hatten. Hier gab es viel Gelegeheit zu Gesprächen und Austausch.
Zum Hintergrund
Laura Forster vom Weltgebetstag der Frauen – Deutsches Komitee e. V:
Nigeria ist das bevölkerungsreichste Land Afrikas – vielfältig, dynamisch und voller Kontraste. Mit über 230 Millionen Menschen vereint der „afrikanische Riese“ über 250 Ethnien mit mehr als 500 gesprochenen Sprachen. Die drei größten Ethnien sind Yoruba, Igbo und Hausa, aufgeteilt in den muslimisch geprägten Norden und den christlichen Süden. Außerdem hat Nigeria eine der jüngsten Bevölkerungen weltweit, nur 3% sind über 65 Jahre alt. Dank der Öl-Industrie ist das Land wirtschaftlich stark, mit boomender Film- und Musikindustrie. Reichtum und Macht sind jedoch sehr ungleich verteilt.
Am Freitag, den 6. März 2026, feiern Menschen in über 150 Ländern der Erde den Weltgebetstag der Frauen aus Nigeria. „Kommt! Bringt eure Last.“ lautet ihr hoffnungsverheißendes Motto, angelehnt an Matthäus 11,28-30.
In Nigeria werden Lasten von Männern, Kindern vor allem aber von Frauen auf dem Kopf transportiert. Doch es gibt auch unsichtbare Lasten wie Armut und Gewalt. Das facettenreiche Land ist geprägt von sozialen, ethnischen und religiösen Spannungen. Islamistische Terrorgruppen wie Boko Haram verbreiten Angst und Schrecken. Die korrupten Regierungen kommen weder dagegen an, noch sorgen sie für verlässliche Infrastruktur. Umweltverschmutzung durch die Ölindustrie und Klimawandel führen zu Hunger. Armut, Perspektivlosigkeit und Gewalt sind die Folgen all dieser Katastrophen.
Hoffnung schenkt vielen Menschen in dieser existenzbedrohenden Situation ihr Glaube. Diese Hoffnung teilen uns christliche Frauen aus Nigeria mit – in Gebeten, Liedern und berührenden Lebensgeschichten. Sie berichten vom Mut alleinerziehender Mütter, von Stärke durch Gemeinschaft, vom Glauben inmitten der Angst und von der Kraft, selbst unter schwersten Bedingungen durchzuhalten und weiterzumachen.