Winterwanderung
Männer unter sich wanderten nach Schannenbach
Die Gruppe "Männer unter sich" trifft sich zur Wanderung nach Schnannebach.
Ausgangspunkt für die traditionelle Wanderung nach Schannenbach war der Platz vor unserer St. Anna Kirche. Dort hatten sich am Dienstag, dem 30. Dezember, 19 Männer aus dem Meerbachtal eingefunden, krankheitsbedingt hatten noch einige Personen abgesagt.
Pfarrer Oliver Mattes begrüßte alle Teilnehmer mit einem Bibelspruch und fand begleitende Worte zu den Rauhnächten. In dieser mystischen Zeit, die bis zum Dreikönigstag dauert, werden in ländlichen Gegenden immer noch zahlreiche alte Gewohnheiten gepflegt. Aber auch die Kirche gibt in dieser Zeit Impulse zur inneren Einkehr und zum bevorstehenden Jahreswechsel.
Unterwegs begegneten uns zahlreiche Wanderer aus dem Tal, die am Vormittag in Schannenbach verweilten. Die Strecke verlief über den Heckesackerweg und wurde durch einen kleinen Abstecher zur „Polizeihütte“ interessanter gestaltet. Polizeibeamte aus Worms hatten diese Hütte in den 50 er Jahren gebaut und haben dafür auch eine Genehmigung erhalten. Nachdem sich die betagten Gesetzeshüter 2018 von dem besonderen Bauwerk trennen wollten, hat der Gronauer Ortsbeirat die Hütte übernommen.
Nach einer kurzen Stärkung mit Odenwälder „Hustensaft“ ging es über den unteren Schliefenbachweg weiter bis zur Teufelsbrücke. Dieses Bauwerk erhielt seinen Namen beim Wegeausbau in den 70er Jahren. Da viele Granitblöcke den Ausbau erschwerten, äußerte der verantwortliche Revierförster Karl Schmitt die Worte: „Das geht hier mit dem Teufel zu“.
Oberhalb dieser markanten Brücke gab es wieder eine kurze Rast und dabei wurde das Kirchengrundstück „Knodener Wiese“ besichtigt. Dieses gut 4.000qm große Waldgrundstück gehört unserer Kirchengemeinde und wird von einem Wässerchen durchzogen.
Von dort ging es in östlicher Richtung weiter bis zum „Gronauer Felsenmeer. Etwas oberhalb der Einmündung des Schliefenbachs befindet sich ebenfalls ein Waldgrundstück (2.500 qm) unserer Kirchengemeinde, das in den 70er Jahren für viel Aufsehen und Polizeiberichte sorgte. Der damalige Pfarrer Johannes Engel hatte einem wohnsitzlosen Mann (Herrrn Boehnisch) „Asyl“ gegeben und ihm erlaubt dort zu campen. Daraus erwuchs eine Bretterbude, die fortan als Wohnsitz diente. Es folgten zahlreiche Beschwerden, die zu handfesten Auseinandersetzungen führten. Schließlich wurde die Hütte nach langem Hin und Her geräumt und das illegale Campen beendet.
Vorbei ging es an dem Weiler „Belgrad“ auf die Gronauer Straße bis zum Gasthaus „Zum Odenwald“. Dort angekommen wurde das langjährige Gemeindemitglied Helmut Schmitt mit zwei weiteren Männern aus dem Tal begrüßt, die mit dem Pkw zum „Daum“ gekommen waren.
Es folgte nun der gemütliche Teil in dem Schankraum der Gaststätte. Die hungrigen Wanderer stärkten sich bei der bekannt guten Odenwälder Küche. Nach dem Essen wurde ein kurzer Jahresrückblick gehalten und Oliver Mattes gab einen Ausblick auf die Aktivitäten der Gruppe im neuen Jahr.
Bei sternenklarem Nachthimmel und gezuckerten Wegen haben die Wanderer gegen 21.00 Uhr den Heimweg angetreten. Nach gut einer Stunde verabschiedeten sich die Teilnehmer in Gronau und freuen sich schon jetzt auf das nächste Treffen, das am Freitag, 27. Februar in Zell geplant ist.
Treffpunkt ist hier um 18.00 Uhr im Gruppenraum der FFW Zell. Der Zeller „Ortsarchivar“ Peter Hofmann präsentiert Bilder aus Zell mit den dazu passenden Hofgeschichten. Anschließend verlagert die Gruppe in die Weinschänke Götzinger, um sich für den bevorstehenden Heimweg zu stärken. Es folgen weitere Aktivitäten, die jeweils dem Guckloch entnommen werden können.
Frank Dingeldey

